KI-generierte Bilder verständlich kennzeichnen
Ein technischer Praxisleitfaden für sichtbare Hinweise, passende Formulierungen und einen transparenten Veröffentlichungsprozess.
Ein sichtbarer Hinweis sollte für das Publikum leicht zu finden und ohne Spezialwissen verständlich sein. Wähle eine Formulierung, die den tatsächlichen Entstehungsprozess beschreibt: „KI-generiert“ für vollständig erzeugte Bilder und „mit KI bearbeitet“ für wesentliche nachträgliche Veränderungen. „KI-unterstützt“ passt eher zu Arbeitsabläufen, in denen Menschen den wesentlichen Inhalt erstellt und KI für einzelne Arbeitsschritte eingesetzt haben.
Die Formulierung sollte konkret bleiben. Ein allgemeines „AI inside“ erklärt weniger als ein Hinweis wie „Bild vollständig KI-generiert“ oder „Hintergrund mit KI verändert“. Vermeide dagegen Aussagen über Echtheit, Wahrheit oder Urheberschaft, wenn der technische Workflow diese nicht belegt.
Text, Position und Kontrast
Platziere den Hinweis dort, wo er weder abgeschnitten noch durch typische Plattformelemente verdeckt wird. Safe Areas an den Bildecken sind ein guter Ausgangspunkt, müssen aber für das konkrete Motiv geprüft werden. Der Text benötigt ausreichend Kontrast gegenüber hellen und dunklen Bildbereichen. Ein halbtransparenter Hintergrund kann die Lesbarkeit stabilisieren, ohne das Motiv vollständig zu verdecken.
Die Größe sollte sich an der finalen Veröffentlichung orientieren. Prüfe deshalb nicht nur die Arbeitsdatei in Originalauflösung, sondern auch eine verkleinerte Vorschau für Mobilgeräte. Der Hinweis darf bei einem Social-Media-Crop oder einer responsiven Darstellung nicht unlesbar werden.
Der ContentSignal Disclosure Generator bietet neben frei wählbarem Text und einem eigenen Logo auch die offiziellen EU-Icons für KI-generierte Inhalte. Die Icons sind optional und enthalten die sichtbare Kennzeichnung bereits. Deshalb gibt der Generator bei einem gewählten EU-Icon keinen zusätzlichen Text aus.
Praktischer Ablauf
- Prüfe, welche Rolle KI bei Motiv, Komposition und Bearbeitung hatte.
- Wähle einen präzisen Disclosure-Typ und ergänze bei Bedarf eigenen Text.
- Entscheide zwischen einem EU-Icon mit integrierter Kennzeichnung und einer eigenen Textkennzeichnung. Ein eigenes Logo kann die Textvariante ergänzen.
- Platziere den Hinweis kontrastreich in einer stabilen Safe Area.
- Exportiere das Bild in der benötigten Auflösung.
- Kontrolliere Lesbarkeit, Abmessungen und Metadaten an der finalen Datei.
- Dokumentiere intern, welche Version veröffentlicht wurde.
Was nach dem Export geprüft werden sollte
Ein Canvas-Export kann eingebettete EXIF-, IPTC- oder XMP-Daten verändern. Lege deshalb vor dem Export bewusst fest, ob unterstützte Metadaten erhalten, sensible Angaben bereinigt oder eine Disclosure zusätzlich als XMP eingebettet werden soll. Pixeländerungen können vorhandene Content Credentials ungültig machen; sie sollten nicht unbemerkt als weiterhin gültig übernommen werden.
Bewahre die Quelldatei getrennt auf. Prüfe die tatsächlich veröffentlichte Datei erneut, insbesondere nachdem sie durch ein CMS, eine Plattform oder einen Bildoptimierer verarbeitet wurde. So lässt sich feststellen, ob der sichtbare Hinweis noch lesbar ist und welche maschinenlesbaren Informationen erhalten geblieben sind.
Eine sichtbare Kennzeichnung und maschinenlesbare Herkunftsinformationen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wo möglich, sollten beide Ebenen gemeinsam genutzt werden.